Von Klaus Pehle
Viel politisches Gezänk gab es schon Jahre vor der kommunalen Gebietsreform 1975. Erst im Herbst 1974, also kurz vor Inkrafttreten des sogenannten Köln-Gesetzes, das auch den Rheinisch-Bergischen Kreis betraf, konnte man sich im Düsseldorfer Landtag auf die genauen neuen Grenzen und Gebietsaufteilungen einigen. Und noch lange danach mussten sich Gerichte mit den Folgen beschäftigen, denn viele Kommunen waren mit dem Gesetz nicht einverstanden und klagten. Im Rheinisch-Bergischen Kreis blieb aber auch nach dem 1. Januar, hier trat das Gesetz in Kraft, alles wie beschlossen.
Der 1932 gegründete alte Rheinisch-Bergische Kreis reichte von Wipperfürth bis an den Rhein und bestand aus den Städten Bergisch Gladbach, Bensberg und Wipperfürth, den Gemeinden Klüppelberg, Lindlar, Odenthal, Overath, Porz und Rösrath sowie den Ämtern Engelskirchen und Kürten.
1975 wurde dann der Rhein-Wupper-Kreis aufgelöst, aus ihm kamen die Städte Burscheid, Leichlingen und Wermelskirchen zum neuen Rheinisch-Bergischen Kreis. Wipperfürth, Lindlar und Engelskirchen musste der Rheinisch-Bergische Kreis an den Oberbergischen Kreis abtreten. Porz wurde nach Köln eingemeindet. Die Städte Bensberg und Bergisch Gladbach fusionierten. Insgesamt wurde der Kreis kleiner, die Fläche sank von rund 620 auf 438 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl von 290.000 auf 243.000.
Rhein, Löwe und BurgObwohl der Rheinisch-Bergische Kreis seit der Gebietsreform am 1. Januar 1975 nicht mehr an den Rhein grenzt, ist der Strom, stilisiert in Silber auf grünem Grund, ganz oben zentrales Element des 1976 eingeführten neuen Wappens des Kreises. Die über eintausend Jahre alte Geschichte des Bergischen Landes ist durch den Doppelzinnbalken links dargestellt. Die Grafen von Berg nutzten ihn schon als Reiterzeichen. Der rote und blauwehrte Löwe dagegen ist das Symbol der Grafen aus dem niederländischen Limburg, die nach den Grafen von Berg ab 1225 die Herrschaft über das Herzogtum, später das Großherzogtum Berg, übernahmen.
So (Bild 1, ©Randolf Link, Rekonstruktion: Andreas Schmickler) soll die Burg Berge bei Altenberg (unten die Dhünn) einmal um 1000 n. Chr. ausgesehen haben. Von hier aus begann die Herrschaft der Grafen von Berg, die der Region ihren Namen gaben. Sie zogen 1133 an die neue Burg an der Wupper. Heute sieht das Gelände um Burg Berge wie auf Bild 2 aus. Die letzte archäologische Untersuchung fand 1981 statt. Man fand Scherben und Küchenabfälle, einen Spielwürfel aus Tierknochen, einen Spielstein aus Bein und einen vergoldeten Anhänger und Münzen. Dazu kostbare in Italien gefertigte Fliesen und Reste von Bleiverglasungen.


1975
Der heutige Rheinisch-Bergische Kreis entsteht aus Teilen des alten Rheinisch-Bergischen und des früheren Rhein-Wupper Kreises.
1932
Die preußische Regierung bildet den Rheinisch-Bergischen Kreis aus dem Restkreis Mülheim und dem Kreis Wipperfürth.
1915
Auf dem Wiener Kongress wird das Herzogtum wieder Preußen zugesprochen, es entstehen die Landkreise Wipperfürth und Mülheim am Rhein.
1914
Mülheim wird nach Köln eingemeindet.
1806
Herzog Maximilian Josef tritt das Herzogtum Berg an Frankreich (Napoleon) ab.
1380
Die Grafschaft wird zum Herzogtum Berg erhoben.
um 1100
Grafschaft Berg, die Herrschaft der Grafen von Berg beginnt.
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